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Hintergrund

Der Umgang mit Lawinengefahr hat in der Schweiz eine jahrhundertelange Tradition. Seit Menschen den alpinen Lebensraum besiedeln, durchqueren oder sich als Touristen dort aufhalten, sind sie von Lawinenabgängen bedroht. Ohne Lawinenschutzmassnahmen wäre das Leben in den Schweizer Alpen undenkbar. Im November 2018 wurde der Umgang mit Lawinengefahr in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Gleichzeitig mit dem Entscheid der UNESCO Ende November 2018, wurde im „Biwak“ des Alpinen Museums der Schweiz (alps) in Bern die Ausstellung «Die weisse Gefahr. Umgang mit Lawinen in der Schweiz» eröffnet. Sie zeigt tradiertes Wissen, technische Massnahmen und wissenschaftliche Erkenntnisse zum Schutz vor Lawinen.

 

Die Überlieferung des Wissens über Generationen sowie die Tatsache, dass sich die kulturellen Praktiken stetig verändern und entwickeln, sind die zwei Merkmale des immateriellen Kulturerbes. Dies trifft beides auch auf den Umgang mit der Lawinengefahr zu. In den steilen Alpentälern, nicht nur in der Schweiz, sondern im ganzen Alpenbogen, hat sich über die Jahrhunderte grosses Wissen über den Schutz vor Lawinen entwickelt. Dieses manifestiert sich in der Planung der Dorfstruktur und der Bauweise der Häuser, den grossen Verbauungen an gefährdeten Hängen wie auch im Erfahrungswissen zur Einschätzung des Risikos durch Fachleute und Wintersportler. Diese Strategien und das dazu notwendige Wissen haben sich entwickelt und wurden den Herausforderungen und den technischen Möglichkeiten der jeweiligen Gesellschaft angepasst.

 

Die Ausstellung «Die weisse Gefahr» widmet sich der Veränderung und den unterschiedlichen Facetten des Umgangs mit Lawinen in der Schweiz. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und wird nach der Finissage im alps (April 2019) noch an weiteren Stationen in der Schweiz gezeigt. Als erstes Museum auf dieser Tour übernimmt das Museum Regiunal Surselva (MRS) in Ilanz die interessante Schau vom 1. Juni bis 31. Oktober 2019. Als Ergänzung zu den Hauptelementen der Ausstellung zeigt das MRS mehrere Ausstellungsbeiträge zu Lawinenereignissen in der Surselva, zum vielfältigen Lawinenschutz in der Region und zum Umgang mit Leid und Trauer, welche Lawinen mit sich bringen können.